Chronik

Chronik bis 1989

Übernommen aus der Festzeitung zum 125-jährigen Bestehen
der Feuerwehr Grafing
Texte und Gestaltung: Franz Haselwarter und Josef Thurnhuber

Hier einige interessante Daten zur Geschichte der Feuerwehr Grafing

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1864.

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Am 13. Juni 1869 wurde als Kommandant korbinianwild
Herr Korbinian Wild,
Brauer, gewählt.Die Feuerwehr bestand zu diesem
Zeitpunkt immerhin aus 84 Männern.
Im gleichen Jahr wurde das
„Feuerwehr Requisitengewölbe“
im Rathaus erweitert, so dass die vier
Feuerlöschmaschienen nebeneinander
aufgestellt werden konnten.
Damit war ein schnelleres Ausrücken
bei Feueralarm möglich.

Am 28. Mai 1871 fand die Fahnenweihe der Feuerwehr statt. Es waren bei der Fahnenweihe 23 Feuerwehren, worunter auch Nürnberg vertreten war, und ca. 400 Feuerwehrmänner anwesend.

Im Jahre 1885 wurde eine sogenannte „Braun’sche Saugspritze“ angeschafft, der Preis war 1280 Mark.

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Im Jahr 1925 brachte die „moderne Zeit“ für unsere Feuerwehr. Am 11.10.1925 erfolgte die Übergabe einer Magirus Motorspritze.

Am 9. Mai 1929 fand in Grafing der Bezirksfeuerwehrtag statt, welcher mit einer „großen Inspektion“ der FFW Grafing, Öxing, Nettelkofen und Straußdorf verbunden war.

Im Jahre 1932 wurde ein gebrauchtes Auto für die Beförderung der Motorspritze und der Mannschaft angekauft.
Unter dem Kommandant Ludwig Leib erfolgte im selben Jahr die Gründung einer Jugendfeuerwehr in Grafing. Laut alten Aufzeichnungen erfolgte bereits am 01.08.1932 die erste öffentliche Übung mit 28 Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren.

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Aufgrund einer Reichsverordnung löste sich am 1.1.1936 bzw. am 12.9.1937 der „Verein“ der Freiwilligen Feuerwehr Grafing auf und ging in die sogenannte Feuerschutzpolizei Grafing über.
Eine alte „Nachweisung über die Friedensstärke der Feuerwehr in Markt Grafing“ vom 6. April 1937 weißt folgende Löschgeräte auf:

  • eine Motorspritze mit Pferdezug
  • zwei Schlauchwagen mit Handzug
  • zwei fahrbare Schiebeleitern
  • zwei Hydrantenwagen mit Aufsatz
  • fünf Hakenleitern und zwei Leiterwagen

Seit 1953 – damals noch im alten Kastenwirtsaal – wird der traditionelle fahnenweihe
Lumpenball veranstaltet. Auch die alljährliche Teilnahme an der Leonhardifahrt in Grafing ist bereits eine alte Tradition. Im Jahr 1964 erklärte sich die FFW Grafing bereit, einen A-Zug für den überörtlichen Katastrophenschutz mit 24 Mann zu übernehmen.
Am 4.9.1966 wurde die neue Fahne, welche heute noch im Dienst ist, geweiht.

Samstag, der 4.5.1968 ist ein Denkwürdiges Datum in der Geschichte unserer Wehr. An diesem Tage, früh 6.00 Uhr, begannen die Vorarbeiten für das neue Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße mit dem Abbruch des alten „Rieperdinger-Anwesens“. Nach einer Bauzeit von nur 14 Monaten konnte das neue Gerätehaus am Samstag den 19.7.1969 unter Beteiligung vieler Ehrengäste feierlich eingeweiht und vom damaligen 1.BGM Josef Obermeier der FFW Grafing unter ihrem Kommandanten Konrad Trindl übergeben werden. Die Gesamtkosten betrugen 400.000 DM; dieses Limit hatte der damalige Stadtrat gesetzt und es wurde auch nicht überschritten. Es war damals das modernste Feuerwehrhaus im ganzen Landkreis und weit darüber hinaus.

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Im Jahre 1972 wurde für die FFW Grafing die Möglichkeit der „stillen Alarmierung“ durch die Anschaffung der ersten Funkmeldeempfänger (Piepser) geschaffen. Ab diesem Zeitpunkt konnten wir außer der Sirenenalarmierung auch über Funk zu den Einsätzen gerufen werden.

Im August 1978 wurde unsere Ausrüstung druch die Lieferung eines Rettunsspreizers mit Rettungsschere sowie dazugehörigen Aggregaten erweitert. Somit war es uns dann möglich, noch besser und tatkräftiger bei Verkehrsunfällen technische Hilfe zu leisten.

Seit 27. Mai 1967 bis Dezember 1988 wurden von der freiwilligen Feuerwehr Grafing insgesamt 47 Gruppen zur Abnahme der Leistungsprüfung ausgebildet.

Erstmals im September 1978 nahmen unsere Jugendfeuerwehrmitglieder an dem Oberbayrischen Jugendwettkämpfen in Mühldorf teil.
Angesport von der Teilnahme an solchen Wettkämpfen wurde von der FFW Grafing zum ersten Mal im Landkreis Ebersberg am 25. Juni 1979 das erste Kreis-Feuerwehr- Sportfest in Grafing organisiert.

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Im Jahre 1985 konnte die Ausrüstung mit Funkalarmpiepsern bei der FFW Grafing abgeschlossen werden. Somit waren nunmehr sämtliche Feuerwehrmänner mit Alarmierungsgeräten ausgestattet und es konnte weitgehend die stille Alarmierung eingeführt werden.
Im Jahr 1985 wurden wir mit 6 Strahlenschutzanzügen ausgestattet.

Am 13.09.1986 konnten wir mit einer Abordnung von FW Mitgliedern und unter beisein des 1. BGM Alois Kleinmaier und Stadtkämmerer Brandlmeier das neue TLF 16/25 im Magirus-Werk in Ulm abholen. Somit ist auch bei der Feuerwehr Grafing erstmals ein Tanklöschfahrzeug stationiert. Im gleichen Jahr am 14.08.1986 konnten wir wieder aus Bundesbeständen einen neuen Rüstwagen RW1/ Unimog in Hohenbrunn abholen, für welchen die Firma Fahrzeugbau Lentner in Grafing den Aufbau und die Ausstattung geliefert hat. Am Sonntag den 19.10.1986 fand dann nach einem Gedenkgottesdienst für alle verstorbenen FW Mitglieder die kirchliche Weihe der drei neuen Feuerwehrfahrzeuge TLF 16/25, LF 16TS und RW1 durch Stadtpfarrer Norbert Klug statt.

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